GPS-Höhengenauigkeit: Wie genau misst GPS die Höhe?

GPS kann uns auf wenige Meter genau sagen, wo wir auf der Erde stehen – aber wie hoch wir sind, ist eine andere Frage. Die Höhengenauigkeit von GPS ist systematisch schlechter als die horizontale Genauigkeit. Warum das so ist, was SRTM damit zu tun hat und welche Methode wirklich präzise ist, erklärt dieser Artikel.

Die Kurzantwort: Consumer-GPS auf dem Smartphone schafft ±10–30 m Höhengenauigkeit. Das Geländemodell (SRTM), das wie-hoch-bin-ich.de nutzt, erreicht typischerweise ±5–15 m.

Warum ist GPS-Höhe ungenauer als GPS-Position?

Das GPS-System besteht aus mindestens 24 Satelliten, die alle in einer Höhe von ca. 20.200 km über der Erde kreisen – also immer über dem Horizont. Für eine exakte dreidimensionale Positionsbestimmung wäre ein gleichmäßiges Satellitennetz rund um den Empfänger ideal. Das geht beim GPS nicht: Es gibt keine Satelliten unter der Erde.

Die Folge: Die Satellitenkonstellation ist für horizontale Messungen optimaler als für vertikale. Fachleute beschreiben das mit dem PDOP-Wert (Position Dilution of Precision) – der vertikale Anteil (VDOP) ist systematisch größer als der horizontale (HDOP). Dazu kommen:

Ellipsoidhöhe vs. NHN: Zwei verschiedene Nullpunkte

GPS misst die Ellipsoidhöhe – den Abstand vom mathematischen Referenzellipsoid WGS84. Das ist ein vereinfachtes Rotationsellipsoid, das die mittlere Form der Erde approximiert. Der Nullpunkt ist rein mathematisch definiert.

Die Angaben auf Karten, Wanderschildern und in Deutschland amtlich gelten in NHN (Normalhöhennull) – einer Schwerehöhe, die dem Geoid folgt. Das Geoid ist die Fläche gleichen Schwerepotenzials, die ungefähr dem mittleren Meeresspiegel entspricht. Es ist keine glatte Fläche, sondern „wellig" – es weicht vom Ellipsoid um −107 m bis +85 m ab (global).

In Deutschland beträgt die Differenz zwischen Ellipsoidhöhe und NHN etwa 36–53 Meter (die sogenannte Geoidundulation). GPS-Apps und Navigationsgeräte korrigieren diesen Unterschied automatisch über gespeicherte Geoidmodelle (z. B. EGM2008).

Was ist SRTM? Das Höhenmodell von wie-hoch-bin-ich.de

Die Shuttle Radar Topography Mission (SRTM) war eine NASA-Mission im Februar 2000. Das Space Shuttle Endeavour kartierte in 11 Tagen mit einem Radar-Interferometer 80 % der Erdoberfläche (56°S bis 60°N). Das Ergebnis: ein digitales Höhenmodell mit globaler Abdeckung.

EigenschaftSRTM-Wert
Horizontale Auflösung30 × 30 m (SRTM GL1)
Vertikale Genauigkeit±5–15 m (CE90)
Abdeckungweltweit (56°S–60°N)
AufnahmezeitpunktFebruar 2000
Gemessene OberflächeDSM (inkl. Vegetation, Gebäude)

wie-hoch-bin-ich.de nutzt SRTM-Daten über die Open-Meteo Elevation API. Die Daten werden kombiniert mit MERIT DEM (verbesserte Geländemodell-Ableitung) und GEBCO (Meerestiefen).

Vergleich: Alle Höhenmessmethoden auf einen Blick

MethodeGenauigkeitVerfügbarkeitBesonderheit
Barometrisch±20–50 mSmartphone, UhrWetterabhängig, driftet
Consumer-GPS±10–30 mSmartphone, UhrKeine Internetverbindung nötig
A-GPS (Smartphone)±5–15 mSmartphone mit NetzSchneller Fix, Mobilfunk-Unterstützung
SRTM / DGM±5–15 mOnline (API)Kein GPS nötig, ortsunabhängig
GNSS-RTK±1–3 cmProfigerät, teuerEchtzeit-Korrektur über Referenzstation

Für Wandern, Freizeitsport und allgemeine Orientierung ist die SRTM-Methode ideal: keine Hardware nötig, weltweit verfügbar, ±5–15 m für jeden Kartenklick.

Häufige Fragen zur GPS-Höhengenauigkeit

Wie genau ist GPS bei der Höhenmessung?
Consumer-GPS-Geräte (Smartphones, Sportuhren) erreichen bei der Höhe typischerweise ±10–30 Meter Genauigkeit. Mit A-GPS (Assisted GPS, Mobilfunknetz) verbessert sich das auf ±5–15 m. Professionelle RTK-GPS-Systeme erzielen ±1–3 cm. Die Höhengenauigkeit ist generell schlechter als die horizontale Genauigkeit, weil alle GPS-Satelliten über dem Horizont stehen und keine Signale von unten kommen.
Was ist der Unterschied zwischen Ellipsoidhöhe und NHN-Höhe?
GPS misst die sogenannte Ellipsoidhöhe – also den Abstand vom mathematischen Referenzellipsoid WGS84, einem vereinfachten Modell der Erdoberfläche. NHN (Normalhöhennull) ist eine Schwerehöhe, die sich am tatsächlichen Schwerefeld der Erde (Geoid) orientiert. Der Unterschied (Geoidundulation) beträgt in Deutschland ca. 36–53 Meter. GPS-Apps korrigieren diesen Unterschied automatisch über integrierte Geoidmodelle.
Warum ist GPS-Höhe ungenauer als GPS-Position?
Das GPS-Satellitengeflecht ist auf horizontale Positionierung optimiert: Alle Satelliten befinden sich über dem Horizont. Für die Höhe fehlt ein "Satellit von unten". Dadurch ist die vertikale Genauigkeit geometrisch schlechter (PDOP-Wert ist für Höhe ungünstiger). Zusätzlich wirken sich atmosphärische Fehler (Ionosphäre, Troposphäre) stärker auf die Höhe aus.
Was ist SRTM und wie genau ist es?
SRTM (Shuttle Radar Topography Mission) ist ein globales Höhenmodell der NASA, erstellt im Jahr 2000. Ein Space-Shuttle kartierte die Erdoberfläche per Radarinterferometrie. Die horizontale Auflösung beträgt 30 × 30 Meter, die vertikale Genauigkeit ±5–15 Meter (90%-Konfidenz). SRTM misst die Oberfläche inklusive Vegetation und Gebäude (DSM), nicht das bloße Gelände (DTM). wie-hoch-bin-ich.de nutzt SRTM-Daten über die Open-Meteo API.
Welche Methode zur Höhenmessung ist am genauesten?
Von ungenau nach genau: Barometrisch (±20–50 m, wetterabhängig) → Consumer-GPS (±10–30 m) → SRTM-Geländemodell (±5–15 m) → A-GPS mit Geoidkorrektur (±3–10 m) → GNSS-RTK (±1–3 cm, professionell). Für die meisten Alltagsanwendungen wie Wandern oder Reisen reicht SRTM oder A-GPS vollkommen aus.
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